Kunst mit Dackel

Dackel in der Kunst

Ab dem 31. Oktober 2026 bekommt der Dackel seine eigene große Kunstausstellung: Die Kunsthalle Bremen zeigt bis zum 28. März 2027 „Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“, mit rund 100 Werken aus Malerei, Fotografie, Skulptur, Video und Performance. Picasso, Warhol und Hockney sind dabei, dazu Wackeldackel und Olympia-Waldi.

Hier stelle ich Dir die schönsten und berühmtesten Kunstwerke mit Dackel vor: Gemälde und Siebdrucke, einen futuristischen Dackel in voller Fahrt, einen Hund aus Stein an einem Dom, Bronzen, einen Designklassiker und riesige Wandbilder. Zu jedem Werk erfährst Du, wo Du es heute findest.

Welche berühmten Kunstwerke zeigen einen Dackel?

  • Pablo Picasso: Dackel Lump in 15 Bildern der Serie „Las Meninas“ (1957), Museu Picasso Barcelona
  • Andy Warhol: Porträts seiner Dackel Archie und Amos sowie „Portrait of Maurice“ (1976)
  • David Hockney: „Dog Days“ mit Stanley und Boodgie (1993 bis 1995)
  • Giacomo Balla: „Dynamik eines Hundes an der Leine“ (1912), Buffalo AKG Art Museum
  • Jean-Baptiste Oudry: „Der Dackel Pehr mit erlegtem Wild und Flinte“ (1740), Nationalmuseum Stockholm
  • Max Liebermann: „Schlafender Dackel“ (1915), Lentos Kunstmuseum Linz
  • Wormser Dom: der steinerne Dackel am Südportal (1920er Jahre)
  • Waldi: das erste offizielle Olympia-Maskottchen, München 1972

INHALT

  1. Pablo Picasso und Lump
  2. Andy Warhol: Archie, Amos und Maurice
  3. David Hockney: Dog Days
  4. Giacomo Balla: der Dackel in Bewegung
  5. Pierre Bonnard und seine Poucettes
  6. Max Liebermann: Schlafender Dackel
  7. Jean-Baptiste Oudry: der Dackel Pehr
  8. Queen Victoria als Dackelkünstlerin
  9. Der Dackel am Wormser Dom
  10. Dackel aus Bronze und Stahl
  11. Waldi: Designklassiker von 1972
  12. Dackel an Hauswänden: Street Art
  13. Ausstellung in Bremen und Dackelmuseum
  14. Wo Du die Werke heute siehst

Pablo Picasso und sein Dackel Lump

Las Meninas (Serie)

KünstlerPablo Picasso

Entstanden17. August bis 30. Dezember 1957

Umfang44 Studien, Lump erscheint in 15 davon

OrtMuseu Picasso, Barcelona

Im Frühjahr 1957 fuhr der amerikanische Fotograf David Douglas Duncan zu seinem Freund Pablo Picasso nach Cannes. Auf dem Beifahrersitz saß sein Dackel Lump, in Deutschland geboren und nach dem deutschen Wort „Lump“ benannt. Am 19. April 1957 betrat Lump die Villa La Californie und beschloss offenbar, zu bleiben.

Beim Mittagessen fragte Picasso, ob der Hund einen eigenen Teller habe. Duncan verneinte. Picasso nahm Pinsel und Farbe vom Tisch, malte Lump direkt auf seinen Speiseteller, datierte das Bild, widmete es dem Hund und schenkte den Teller Duncan. So entstand das erste Lump-Porträt am ersten gemeinsamen Tag. Der Teller befindet sich heute im Harry Ransom Center der University of Texas in Austin.

Lump lebte sechs Jahre bei Picasso, zusammen mit dem Boxer Yan und einer Ziege namens Esmeralda. Duncan erzählte später, Picasso habe viele Hunde gehabt, aber nur Lump auf den Arm genommen. Auf seinen Fotos sitzt Lump am Esstisch, frisst von Picassos Teller und begleitet ihn in die Ateliers. Einmal schnitt Picasso ihm ein Kaninchen aus Pappe aus. Lump schleppte es sofort in den Garten und kaute es klein, deshalb heißt Duncans Bildband „Lump: The Dog Who Ate a Picasso“.

Lump ersetzt den Hofhund von Velázquez

Zwischen dem 17. August und dem 30. Dezember 1957 malte Picasso 44 Studien nach Diego Velázquez’ berühmtem Hofgemälde „Las Meninas“ von 1656. Im Original liegt vorn rechts ein großer, ruhiger Hund. Picasso setzte an dessen Stelle in 15 Bildern Lump ein: klein, hellwach, mit spitzen Ohren und langem Rücken, manchmal nur aus wenigen Pinselstrichen. Die ganze Serie schenkte Picasso dem Museu Picasso in Barcelona, wo Du sie heute besuchen kannst.

Die berühmte Einlinienzeichnung

Die bekannte Zeichnung eines Dackels in einer einzigen, durchgehenden Linie, oft „Le Chien“ oder „The Dog“ genannt, gilt vielen als Lump-Porträt. Nach Angaben der Freunde der Kunsthalle Bremen stammt die Skizze aus einem Notizbuch Picassos von 1907 und liegt im Musée national Picasso in Paris, andere Quellen datieren sie auf 1954. Beide Jahreszahlen liegen vor der ersten Begegnung im April 1957. Die Zeichnung zeigt also einen Dackel, den Picasso lange vor Lump zu Papier brachte.

Lump bekam später Probleme mit der Wirbelsäule, wie sie beim Dackel häufig vorkommen. Duncan holte ihn zu sich, ein Tierarzt behandelte ihn über mehrere Monate. Lump lebte danach noch rund zehn Jahre, laut Duncan mit einem leicht schwankenden Gang. Er starb am 29. März 1973, zehn Tage vor Picasso.

Andy Warhol: Archie, Amos und Maurice

Andy Warhol war lange für seine Katzen bekannt. Anfang der 1970er Jahre überredete ihn sein Partner, der Innenarchitekt Jed Johnson, zu einem Hund. So kam Archie ins Haus, ein Dackel, benannt nach der Fernsehfigur Archie Bunker. Archie begleitete Warhol ins Atelier, zu Ausstellungseröffnungen und ins Restaurant und saß dort meist auf seinem Schoß. Bei Interviews reichte Warhol Fragen, die er selbst ungern beantwortete, an Archie weiter.

Um 1975 kam Amos dazu, ein hellbrauner Kurzhaardackel, der Archie Gesellschaft leisten sollte. Ab da blieben die beiden häufiger gemeinsam zu Hause, statt Warhol überallhin zu begleiten. Laut Warhols Freundin Paige Powell wurden beide rund 21 Jahre alt.

Die Serie „Cats and Dogs“

1976 malte Warhol das Porträt des Cockerspaniels Ginger, der dem Sammler Peter Brant gehörte. Dabei entstand die Idee zu einer ganzen Serie über Katzen und Hunde. Amos malte Warhol Anfang 1976 mindestens zwölfmal, mit Acryl und Siebdruck, in denselben knalligen Farben wie seine Porträts von Filmstars. Auch Archie erscheint in der Serie. Der Maler Jamie Wyeth porträtierte Archie im selben Jahr für eine gemeinsame Ausstellung mit Warhol in New York.

Portrait of Maurice

KünstlerAndy Warhol

Jahr1976

TechnikAcrylfarbe und Siebdruckfarbe auf Leinwand, etwa 66 x 81 cm

OrtNational Galleries of Scotland, Edinburgh

Die Sammlerin Gabrielle Keiller sah die „Cats and Dogs“-Ausstellung in der Mayor Gallery in London und bestellte prompt ein Porträt ihres Dackels Maurice. Warhol besuchte sie in ihrem Haus bei London, fotografierte Maurice mit der Polaroidkamera und malte daraus in New York den Siebdruck. Keiller vermachte ihre Sammlung 1995 den National Galleries of Scotland. „Portrait of Maurice“ war der erste Warhol, der in deren Bestand kam.

David Hockney: Dog Days

David Hockney lebte in Los Angeles, als er sich in den Dackel seines Nachbarn verliebte. Er holte sich Stanley, zwei Jahre später kam Boodgie dazu. Anfang der 1990er Jahre verlor Hockney vier enge Freunde durch Aids, dazu ließ sein Gehör nach. Er wollte, so erzählte er später, unbedingt etwas Liebevolles malen. Ab September 1993 malte und zeichnete er seine beiden Hunde.

Die Arbeit verlangte Geduld. Je nachdem, wie die Hunde lagen, blieben Hockney 20 bis 30 Minuten pro Bild. Stand er auf, um neues Papier zu holen, standen Stanley und Boodgie ebenfalls auf und folgten ihm. Deshalb zeigen viele Bilder die beiden schlafend, auf Kissen oder im Körbchen, oft eng aneinandergekuschelt. Die Kissen nutzte Hockney gleichzeitig als Bildrahmen im Bild.

Hockney beschrieb die Charaktere genau: Stanley folgte ihm überallhin, außer wenn es regnete oder jemand Futter verteilte. Boodgie war eher der Einzelgänger. Die beiden hätten zwei Interessen, sagte er: Futter und Liebe, genau in dieser Reihenfolge.

1995 zeigte Hockney 45 Gemälde seiner Dackel in der Ausstellung „Dog Days“ in Salts Mill in Saltaire bei Bradford, seiner Heimatstadt. Das Buch „David Hockney’s Dog Days“ mit Gemälden, Zeichnungen und Texten des Künstlers erscheint bis heute bei Thames & Hudson. In den folgenden Jahren übertrug Hockney die Motive auch in Radierungen, die er direkt auf die Druckplatten zeichnete.

Giacomo Balla: der Dackel in Bewegung

Dynamik eines Hundes an der Leine

KünstlerGiacomo Balla

Jahr1912

TechnikÖl auf Leinwand, etwa 90 x 110 cm

OrtBuffalo AKG Art Museum, Buffalo (USA)

Wenn Du ein Kunstwerk suchst, das den Dackel fast in Abstraktion auflöst, ist dieses Bild Deine Antwort. Im Mai 1912 besuchte der italienische Maler Giacomo Balla seine Schülerin, die Contessa Nerazzini, in Montepulciano bei Siena. Dort malte er „Dinamismo di un cane al guinzaglio“, auf Deutsch „Dynamik eines Hundes an der Leine“.

Zu sehen sind ein Dackel und die Füße der Frau, die ihn ausführt, in langem Rock und Stiefeln. Balla malte Beine, Ohren, Schwanz und Leine vielfach übereinander, wie bei einer Fotografie mit mehreren Belichtungen. Die kurzen Dackelbeine werden zu einem flirrenden Kranz aus Strichen, die Leine schwingt in mehreren Bögen. Wer einen Dackel beim zügigen Spaziergang kennt, erkennt dieses Trippeln sofort.

Das Bild gehört zum Futurismus, einer italienischen Kunstrichtung, die Tempo und Bewegung malen wollte. Es gilt als eines der bekanntesten Werke dieser Bewegung und hängt seit 1984 im Buffalo AKG Art Museum im Bundesstaat New York.

Pierre Bonnard und seine Poucettes

Der französische Maler Pierre Bonnard hielt sein Leben lang Dackel und gab jedem von ihnen denselben Namen: Poucette, auf Deutsch etwa „Däumelinchen“. In seinen Bildern sitzen die Hunde am Esstisch, auf der Türschwelle oder im Badezimmer, mitten im Alltag des Ehepaars Bonnard.

Im Gemälde „Das Dessert“ von 1921 zeigt Bonnard eine kleine Tischrunde mit Ari Redon, dem Sohn des Malers Odilon Redon. Der Dackel in der Szene ist Poucette, der Hund der Familie. Das Bild gehört dem Cleveland Museum of Art, ebenso „Obst und Obstschalen“ von etwa 1930, in dem eine Katze am linken Bildrand einen Dackel anstarrt. 1927 malte Bonnard „La Porte-fenêtre avec chien“: ein Dackel sitzt vor der offenen Terrassentür, dahinter leuchtet der Garten. Wer tiefer einsteigen will: 2026 erschien das Buch „Pierre Bonnard and His Dogs“ von Stéphane Guégan.

Max Liebermann: Schlafender Dackel

Schlafender Dackel

KünstlerMax Liebermann

Jahr1915

OrtLentos Kunstmuseum, Linz

Aktuellin der Bremer Dackel-Ausstellung zu sehen

Der Berliner Impressionist Max Liebermann hatte in seiner Familie nacheinander drei Dackel. Der erste, Männe, starb 1914, danach kam Michel. Das Gemälde „Schlafender Dackel“ von 1915 zeigt deshalb Michel. Liebermann war damals 68 Jahre alt und malte den Hund mit schnellen Strichen in verschiedenen Pinselbreiten, ganz in seinem lockeren, impressionistischen Stil.

Das Bild gehört dem Lentos Kunstmuseum in Linz und reist für die Ausstellung nach Bremen. Den schlafenden Dackel hielt Liebermann auch in Pastell fest, dazu gibt es ein Bild seiner Enkelin Maria mit einem Dackel auf dem Schoß, entstanden um 1925.

Jean-Baptiste Oudry: der Dackel Pehr

Wer nach älteren Dackeln in der Malerei sucht, landet bei Jean-Baptiste Oudry. Der Franzose lebte von 1686 bis 1755, malte die Jagdhunde König Ludwigs XV. und gehört zu den großen Tiermalern seiner Zeit. 1740 entstand „Der Dackel Pehr mit erlegtem Wild und Flinte“. Pehr ist umgeben von Jagdbeute und einem Gewehr, ein Arbeitshund mitten in seinem Element. Das Bild zeigt, wofür der Dackel ursprünglich gezüchtet wurde: als Helfer bei der Jagd, lange bevor er Sofas und Künstlerateliers eroberte. Das Gemälde gehört dem Nationalmuseum in Stockholm.

Queen Victoria als Dackelkünstlerin

Königin Victoria liebte Dackel und hielt über Jahrzehnte immer wieder welche. Mehrere ihrer Hunde trugen den Namen Waldmann, ihre Dackelhündinnen hießen oft Waldina. Victoria malte und radierte selbst. Am 24. September 1840 entstand ihre Radierung mit den Köpfen des Dackels Waldmann und des Windhunds Eos, der Prinz Albert gehörte. Das Blatt liegt heute in der Royal Collection, ebenso ein Aquarell, auf dem sie ihre Garderobiere Annie Macdonald mit dem Dackel Daphne in den Zwingern von Windsor zeigt.

Ihr Lieblingsdackel Däcko wurde 1859 in den königlichen Zwingern in Windsor geboren und starb 1871. Im selben Jahr malte der Tiermaler Friedrich Wilhelm Keyl sein Porträt. Ein späterer Waldmann kam 1872 von einer Reise nach Baden mit nach England und ist auf mehreren Bildern und Fotografien zu sehen.

Der Dackel am Wormser Dom

Der wohl überraschendste Ort für einen Dackel ist das gotische Südportal des Wormser Doms. Zwischen Heiligenfiguren und biblischen Szenen aus der Zeit um 1300 sitzt dort ein Dackel aus Stein, oben links am Rand des Fensters. Durch dieses Portal betreten Besucher den Dom von der Stadtseite her.

Der Dackel gehörte Dombaumeister Philipp Brand, der in den 1920er Jahren die Restaurierung des Doms leitete. Der Hund kam jeden Tag mit auf die Baustelle. Die bekannteste Geschichte geht so: Eines Tages auf dem Gerüst schnappte der Dackel nach dem Bein seines Herrchens. Brand sprang zur Seite, im selben Moment stürzte genau an der Stelle, an der er eben noch gestanden hatte, ein Stein herab. Zum Dank ließ Brand seinen Lebensretter am Portal verewigen.

Eine zweite, nüchternere Fassung erzählt, man habe einen Schlussstein mit Motiv gesucht und Brands Frau habe vorgeschlagen: „Nimm doch den Hund.“ Welche Version stimmt, bleibt offen. Sicher ist, dass der kleine Steindackel seit gut hundert Jahren mitten in einem der bedeutendsten romanischen Kirchenbauten Deutschlands wacht.

Tipp für Deinen Besuch: Stell Dich vor das Südportal und such mit den Augen den linken oberen Fensterrand ab. Ein Fernglas oder der Zoom Deiner Handykamera hilft, den Dackel zwischen den Figuren zu entdecken.

Dackel aus Bronze und Stahl

Bildhauer haben den Dackel seit dem 19. Jahrhundert geliebt, weil seine Form so klar ist: langer Körper, kurze Beine, ausdrucksstarker Kopf. Einige Werke und Werkgruppen stechen heraus.

Wiener Bronzen um 1900

Die Wiener Gießerei von Franz Bergmann goss Dackel in allen Haltungen, stehend, sitzend, auf dem Kissen liegend. Bemalt wurden sie „kalt“, also mit Farbe ohne Brennen, in naturgetreuen Tönen. Diese kleinen Figuren sind heute gesuchte Sammlerstücke.

Emmanuel Frémiet: Zwei Dachshunde

Der französische Tierbildhauer Emmanuel Frémiet schuf eine Bronzegruppe mit zwei Dackeln. Sie gehört zur Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Gottfried Kohl: Sitzender und Spielender Dackel

Der sächsische Bildhauer Gottfried Kohl (1921 bis 2012) modellierte einen sitzenden Dackel auf eckigem Sockel und einen spielenden Dackel mit Ball. Beide Bronzen verwahrt das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg.

Der Riesendackel von Buda, Texas

Seit dem 10. Oktober 2026 steht im Stadtpark von Buda der größte Dackel des Bundesstaats: knapp sechs Meter lang, rund drei Meter hoch, gebaut aus über 400 Einzelteilen Cortenstahl, der mit der Zeit eine rostrote Patina bekommt. Entworfen hat ihn das Studio Art Seen Alliance. Buda feiert 2027 dreißig Jahre Dackelrennen.

Waldi: Designklassiker von 1972

1972 bekamen Olympische Sommerspiele zum ersten Mal ein offizielles Maskottchen: einen Dackel. Waldi stammt aus dem Büro von Otl Aicher, der das gesamte Erscheinungsbild der Münchner Spiele gestaltete, von den Plakaten bis zu den Piktogrammen. Gezeichnet hat ihn Aichers Mitarbeiterin Elena Winschermann.

Waldi ist schlank, lang und in den hellen Regenbogenfarben der Spiele gestreift, die an Wiesen, Sonne und Himmel erinnern sollten. Die Wahl des Dackels war bewusst: Er stand für Weltoffenheit und eine gute Portion bayerischen Humor, als heiteres Gegenbild zum damals in Verruf geratenen Deutschen Schäferhund. Waldi wurde so beliebt, dass er als Werbefigur für München auftrat und als Stofftier in die Kinderzimmer zog. Ein Exemplar ist heute im Münchner Stadtmuseum zu sehen.

Zum 50. Jubiläum der Spiele stand im Juni 2022 vor dem Rathaus auf dem Marienplatz ein moderner Riesen-Waldi: viereinhalb Meter lang, drei Meter hoch, mit bunten Ringeln um den Bauch.

Dackel an Hauswänden: Street Art

Die lange Silhouette des Dackels passt perfekt auf lange Mauern. Darum tauchen Dackel weltweit als Wandbilder auf. Drei Beispiele lohnen einen Umweg:

Pordenone, Italien

Der Wandmaler Giulio Masieri hat in der norditalienischen Stadt riesige Dackel an eine Fassade gemalt, so groß, dass sie über mehrere Stockwerke reichen.

Thamesmead, London

Für das London Mural Festival 2024 malte der Künstler Woskerski einen Dackel, der einen viel zu großen Stock eine lange Mauer entlangschleppt. Die Idee passte zur Wandform. Während der Arbeit kamen ständig Anwohner vorbei und schlugen ihre eigenen Hunde als Motiv vor.

Sevilla, Spanien

Der Sprayer Kato hat ein Garagentor mit einem Dackelporträt gestaltet, aufgeteilt in sechs Farbfelder im Pop-Art-Stil. Die Hommage an Warhol ist unübersehbar.

Ausstellung in Bremen und das Dackelmuseum

„Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“

Die Kunsthalle Bremen zeigt vom 31. Oktober 2026 bis zum 28. März 2027 den Weg des Dackels vom Jagdhelfer zur Popkultur-Figur. Rund 100 Werke aus Malerei, Fotografie, Skulptur, Video und Performance sind zu sehen, darunter Arbeiten von Picasso, Warhol, Hockney und Otto Dix, Liebermanns „Schlafender Dackel“, Wackeldackel und Olympia-Waldi. Das Besondere für Dich als Dackelhalter: An Aktionstagen wie dem „Dackel-Donnerstag“ dürfen Hunde mit ins Museum. Die genauen Termine findest Du auf der Ausstellungsseite der Kunsthalle Bremen.

Dackelmuseum Regensburg

Die beiden Floristen Seppi Küblbeck und Oliver Storz sammeln seit Jahrzehnten alles rund um den Dackel. Im April 2018 eröffneten sie ihr Dackelmuseum in Passau, seit April 2023 steht es in der Regensburger Altstadt in der Weiße-Hahnen-Gasse 3 bis 5. Rund 5000 Dackel sind dort zu sehen, aus Porzellan, Glas, Holz und Stoff, dazu Wackeldackel, Olympiadackel und Gemälde. Mehr Infos findest Du auf dackelmuseum.de.

Wo Du die Dackel-Kunstwerke heute siehst

WerkKünstlerOrt
Las Meninas (Serie, 1957)Pablo PicassoMuseu Picasso, Barcelona
Portrait of Maurice (1976)Andy WarholNational Galleries of Scotland, Edinburgh
Dynamik eines Hundes an der Leine (1912)Giacomo BallaBuffalo AKG Art Museum, Buffalo
Der Dackel Pehr (1740)Jean-Baptiste OudryNationalmuseum, Stockholm
Schlafender Dackel (1915)Max LiebermannLentos Kunstmuseum, Linz (zurzeit in Bremen)
Das Dessert (1921)Pierre BonnardCleveland Museum of Art
Däcko (1871)Friedrich Wilhelm KeylRoyal Collection, Großbritannien
Steinerner Dackel (1920er)Dombauhütte unter Philipp BrandSüdportal, Wormser Dom
Waldi (1972)Büro Otl Aicher, Elena WinschermannMünchner Stadtmuseum
Rund 5000 Dackel-ObjekteverschiedeneDackelmuseum Regensburg

Quellen