Max Liebermann und seine Kunstwerke

Max Liebermann, ein bedeutender deutscher Maler des Impressionismus, lebte über Jahrzehnte mit Dackeln und malte sie regelmäßig. Sein berühmtestes Werk, der „Schlafende Dackel“, wird ab 2026 in der Kunsthalle Bremen zu sehen sein. Die Dackel in seinem Leben waren nicht nur Haustiere, sondern auch Inspirationsquellen für seine Kunst.

Datum

Dackel in der Kunst

Max Liebermann und der Schlafende Dackel: Bild, Geschichte und die Dackel der Familie Liebermann

Max Liebermann gehört zu den wichtigsten deutschen Malern des Impressionismus. Weniger bekannt ist, dass in seinem Haus über Jahrzehnte Dackel lebten und dass er sie immer wieder gemalt, gezeichnet und in Pastell festgehalten hat. Sein berühmtestes Dackelbild, der „Schlafende Dackel“ von 1915, ist seit dem 31. Oktober 2026 in der Kunsthalle Bremen zu sehen. Hier erfährst Du alles über das Bild, über Männe, Michel und Nicki, über Liebermanns weitere Dackelwerke und über das Leben des Malers.

Transparenzhinweis: Ki generiertes Bild eines Kunstwerkes, es handelt sich nicht um ein Foto des originalen Bildes

Schnellantwort: Wo hängt der Schlafende Dackel von Max Liebermann?

  • Das Ölgemälde „Schlafender Dackel“ (1915) gehört dem Lentos Kunstmuseum in Linz (Österreich).
  • Vom 31. Oktober 2026 bis 28. März 2027 ist es als Leihgabe in der Ausstellung „Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“ in der Kunsthalle Bremen zu sehen.
  • Der Dackel auf dem Bild ist Michel, der zweite Dackel der Familie Liebermann. Er schläft zusammengerollt in einem Sessel.
  • Im Kunsthandel taucht das Motiv auch unter dem Titel „Schlafender Dackel im Lehnstuhl“ auf. Daneben gibt es eigene Pastelle mit dem Titel „Schlafender Dackel“, die mit dem Ölbild leicht verwechselt werden.

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Von Daniela Dührkop. Ich arbeite seit über 30 Jahren mit Hunden, habe zahlreiche Hundebücher geschrieben und lebe selbst mit Dackeln. Für diesen Beitrag habe ich Museumsangaben, Werkverzeichnisse, Galerie- und Auktionsbeschreibungen ausgewertet. Wo Angaben in den Quellen auseinandergehen, sage ich Dir das dazu.

Inhalt

  1. Max Liebermann und die Dackel
  2. Der Schlafende Dackel von 1915
  3. Schlafender Dackel im Lehnstuhl oder Pastell?
  4. Männe, Michel und Nicki
  5. Weitere Dackelbilder von Liebermann
  6. Ausstellung in der Kunsthalle Bremen
  7. Max Liebermann: Biografie
  8. Malstil und Impressionismus
  9. Die Liebermann-Villa am Wannsee
  10. Martha Liebermann und die Familie
  11. Berühmte Werke von Max Liebermann
  12. Wo Du Liebermann heute siehst
  13. Max Liebermann Zitate
  14. Häufige Fragen

Max Liebermann und die Dackel: Hunde als Teil der Familie

Max Liebermann (1847 bis 1935) war Berliner, Sohn einer wohlhabenden jüdischen Unternehmerfamilie, Präsident der Berliner Secession und später der Preußischen Akademie der Künste. Er malte Bauern in Holland, Reiter am Strand, Biergärten, Porträts berühmter Zeitgenossen und in seinen späten Jahren vor allem seinen Garten am Wannsee. Mitten in diesem großen Werk sitzen, liegen und schlafen Dackel.

Die Familie Liebermann hatte nacheinander drei Dackel: Männe, Michel und Nicki. Diese Reihenfolge hat Liebermanns Enkelin Maria 1993 in einem Brief an den Kunsthistoriker Matthias Eberle bestätigt, der das Werkverzeichnis der Gemälde erstellt hat. Die Hunde lebten mit im Stadthaus am Pariser Platz direkt neben dem Brandenburger Tor und im Sommerhaus am Wannsee. Sie durften es sich in den Sesseln des Hauses bequem machen, das zeigen gleich mehrere Bilder. Wer selbst mit einem Dackel zusammenlebt, erkennt diese Szenen sofort wieder: der Hund im besten Sessel des Hauses, eingerollt und warm, während die Familie um ihn herum ihren Tag lebt.

Liebermann hat seine Dackel nie als Jagdhunde oder Statussymbol inszeniert. Er zeigt sie so, wie sie im Alltag waren: dösend im Atelier, zu Füßen der lesenden Tochter, auf dem Schoß der Enkelin, schlafend im Lehnstuhl. Genau das macht diese Bilder für Dackelfreunde heute so anrührend.

Der Schlafende Dackel von Max Liebermann (1915)

Steckbrief: Schlafender Dackel

KünstlerMax Liebermann (1847 bis 1935)TitelSchlafender Dackel, im Handel auch „Schlafender Dackel im Lehnstuhl“Entstehung1915TechnikÖlgemäldeDargestellter HundMichel, der zweite Dackel der FamilieBesitzerLentos Kunstmuseum Linz, ÖsterreichAktuell zu sehenKunsthalle Bremen, 31.10.2026 bis 28.03.2027

Was auf dem Bild zu sehen ist

Ein dunkelbrauner Dackel liegt zusammengerollt in einem großen, sandfarbenen Sessel aus dem 19. Jahrhundert. Der Sessel mit seinen seitlichen Lehnen nimmt fast das ganze Bild ein und wirkt beinahe herrschaftlich. Der Hund darin ist klein, ganz in sich gekehrt und tief entspannt. Die ganze Farbigkeit bleibt in warmen Braun-, Beige- und Sandtönen. Dadurch wirkt das Bild ruhig und gemütlich, fast so, als würdest Du selbst leise ins Zimmer treten und den Hund in seinem Lieblingsplatz entdecken.

Liebermann hat den Hund leicht von oben gemalt. Eine Beschreibung des Bildes aus Linz schließt daraus, dass er beim Malen saß. Er war damals 68 Jahre alt. Die Pinselstriche sind schnell und locker gesetzt, mit unterschiedlich breiten Pinseln. Aus der Nähe siehst Du einzelne Farbflecken, aus etwas Abstand fügen sie sich zu Fell, Polster und Licht zusammen. Genau so arbeitete Liebermann als Impressionist: Er wollte den Eindruck eines Augenblicks festhalten, nicht jedes Haar einzeln.

Warum es Michel sein muss

Der erste Dackel der Familie, Männe, starb 1914. Danach kam Michel. Da das Bild auf 1915 datiert ist, kann nur Michel darauf zu sehen sein. Das Werkverzeichnis von Matthias Eberle führt das Bild unter dem Jahr 1915. Spätere Katalogtexte verweisen ausdrücklich darauf, dass Männe auf dem Atelierbild von 1902 und Michel auf diesem Bild von 1915 im Sessel liegen.

Wie das Bild nach Linz kam

Das Gemälde gehört heute dem Lentos Kunstmuseum in Linz. Das Museum ging 2003 aus der Neuen Galerie der Stadt Linz hervor. Deren Grundstock kaufte die Stadt 1953 vom Kunsthändler Wolfgang Gurlitt, darunter Werke von Liebermann. Ob der Schlafende Dackel zu diesem Ankauf gehörte, geht aus den mir zugänglichen Quellen nicht eindeutig hervor. Das Lentos erforscht die Herkunft seiner Bestände seit 1998 und hat mehrere Werke an die Erben früherer jüdischer Besitzer zurückgegeben. Zum Schlafenden Dackel ist mir keine solche Rückgabe bekannt. In Linz hing das Bild in den letzten Jahren häufig im Depot, umso schöner ist es, dass Du es jetzt in Bremen sehen kannst.

Schlafender Dackel im Lehnstuhl oder Schlafender Dackel: So hältst Du die Werke auseinander

Wer nach Liebermanns Schlafendem Dackel sucht, stößt schnell auf verschiedene Bilder mit fast gleichem Titel. Das liegt daran, dass Liebermann das Motiv des schlafenden Hundes mehrfach aufgegriffen hat, in Öl, in Pastell, in Kohle und als Druckgrafik. Die Titel stammen oft aus Katalogen und Auktionen, nicht vom Maler selbst. Diese Übersicht hilft Dir: WerkTechnik und GrößeJahrWo Schlafender Dackel (auch: Schlafender Dackel im Lehnstuhl)Ölgemälde1915Lentos Kunstmuseum Linz, derzeit Kunsthalle Bremen Schlafender DackelPastell auf Papier, 20 × 29 cm, signiertum 1925Galerie Ludorff, Düsseldorf (Kunsthandel) Schlafender DackelPastell, 20 × 29 cm, unten rechts signiertohne Jahrbeim Auktionshaus Stahl für 12.600 Euro versteigert Schlafender DackelPastell auf PapierundatiertSammlung Mathis + Roland, Berlin; im Sommer 2026 in der Liebermann-Villa gezeigt Liegender DackelKohlezeichnung, 11,3 × 19,2 cmohne JahrKunsthandel Dackel im Lehnstuhlsignierte Druckgrafik1914Kunsthandel

Gut zu wissen

Die beiden Pastelle im Format 20 × 29 cm bei Ludorff und Stahl könnten dasselbe Blatt sein, das den Besitzer gewechselt hat. Die Quellen geben dazu keine eindeutige Auskunft. Sicher ist: Das Ölbild von 1915 ist ein eigenes Werk und das einzige der Liste, das einem Museum gehört.

Männe, Michel und Nicki: die drei Dackel der Familie Liebermann

🐕 Männe (bis 1914)

Ein Geschenk von Hugo von Tschudi, dem Direktor der Berliner Nationalgalerie, vermutlich zu Liebermanns 50. Geburtstag 1897. Liebling und kleiner Haustyrann zugleich. Taucht in fast allen Familienbildern um 1900 auf.

🐕 Michel (ab 1914)

Der Nachfolger von Männe und der Hund auf dem berühmten Ölbild „Schlafender Dackel“ von 1915. Dunkelbraun, im Sessel eingerollt.

🐕 Nicki (1920er Jahre)

Der dritte Dackel, der Hund der Enkelin Maria. Liebermann zeichnete und malte die beiden gemeinsam, unter anderem um 1925.

Männe, das Geschenk eines Freundes

Männe kam über eine Freundschaft ins Haus. Hugo von Tschudi leitete die Berliner Nationalgalerie und setzte sich gegen viel Widerstand für die moderne französische Malerei ein, also genau für die Kunst, die auch Liebermann bewunderte. Dass ausgerechnet er dem Maler einen Dackel schenkte, sagt viel über die Nähe der beiden. In einem Galeriekatalog wird Männe als Liebling und zugleich Tyrann der Familie beschrieben. Wer einen Dackel kennt, ahnt, was gemeint ist: ein kleiner Hund mit großem Selbstbewusstsein, der genau weiß, welcher Platz ihm zusteht.

Männe ist auf vielen Familienbildern der Jahre um 1900 zu sehen. Er liegt zu Füßen von Liebermanns Tochter Käthe, während sie liest. Außerdem döst er im Atelier am Pariser Platz auf dem Stuhl, der eigentlich für die Porträtmodelle reserviert war. Männe starb 1914.

Michel, der schlafende Dackel

Über Michel selbst wissen wir weniger als über Männe. Sein Name ist vor allem durch das Ölbild von 1915 bekannt geworden. Er lebte in der Zeit, in der sich Liebermann immer mehr in sein Haus am Wannsee zurückzog. Das Bild zeigt ihn genau so, wie ihn die Familie wohl täglich gesehen hat: schlafend im Sessel.

Nicki und die Enkelin Maria

Nicki gehörte zur Zeit, in der Liebermanns Enkelin Maria ein Kind war. Maria kam 1917 in Berlin zur Welt, als Tochter von Käthe und dem Diplomaten Kurt Riezler. Sie starb 1995 in New York. Liebermann malte und zeichnete seine Enkelin sehr oft, besonders in den Sommern am Wannsee. Auf einer Kohlezeichnung um 1925 sitzt Maria im Sessel und streichelt Nicki, der neben ihr liegt. Diese Zeichnung gilt als Vorstudie zu einem Ölbild, das Maria mit dem Dackel auf dem Schoß zeigt.

Weitere Dackelbilder von Max Liebermann

Der Schlafende Dackel ist das bekannteste, aber längst nicht das einzige Werk, in dem Liebermanns Dackel vorkommen. Diese Bilder und Zeichnungen sind belegt:

Atelier des Künstlers (1902)

TechnikÖl auf Leinwand, 68,5 × 82 cmMuseumKunstmuseum St. Gallen, SchweizDackelMänne

Das Bild ist das erste, das Liebermann in seinem neuen Atelier im elterlichen Haus am Pariser Platz malte. An den Wänden hängen eigene Werke und Bilder aus seiner Sammlung französischer Impressionisten. Ganz außen auf dem Sofa sitzen seine Frau Martha und seine Tochter Käthe. In der Mitte des Raumes döst Männe auf einem grün bezogenen Biedermeierstuhl, auf dem sonst die Modelle saßen, die Liebermann porträtierte. Liebermann selbst ist nur als kleines Spiegelbild beim Malen zu sehen. Der Dackel bekommt also den Ehrenplatz in der Bildmitte, der Maler versteckt sich im Spiegel.

Käthe lesend mit Dackel Männe (um 1900)

TechnikKohle, teils verwischt, auf beigem Papier, 34,9 × 29 cmDackelMänne

Liebermann zeichnete seine Tochter Käthe (1885 bis 1952) sehr oft beim Lesen. Auf dieser Zeichnung sitzt sie vermutlich auf dem großen Sofa im Atelier am Pariser Platz. Der Katalogtext der Galerie nennt Männe den eigentlichen Hauptdarsteller des Blattes. Unter dem Titel „Die Tochter des Künstlers im Lehnstuhl sitzend und lesend, zu ihren Füßen der Dackel Männe“ ist außerdem ein Gemälde bekannt, das Käthe mit Männe zu ihren Füßen zeigt.

Spiel im Garten: Maria mit Kinderfrau und Dackel (um 1920)

TechnikTusche auf Papier, 12,4 × 17,5 cmBesitzPrivatsammlung Hamburg

Eine kleine, schnelle Tuschezeichnung aus dem Wannseegarten. Der vollständige Titel beschreibt die Szene: Maria, die Enkelin des Künstlers, mit ihrer Kinderfrau und dem Dackel ihrer Großeltern im Wannseegarten. Liebermann hielt solche Augenblicke im Garten oft in wenigen Strichen fest.

Maria mit dem Dackel Nicki (um 1925)

TechnikKohle auf dünnem Papier, 20 × 15,5 cm, signiertDackelNicki

Maria sitzt im Sessel, Nicki liegt neben ihr und sie streichelt ihm den Kopf. Die Zeichnung gilt als Vorstudie zum Ölbild „Enkelin mit Dackel auf dem Schoß“. Ein Bild von Maria Riezler mit einem Dackel auf den Knien ist auf 1925 datiert.

Die Pastelle „Schlafender Dackel“

Liebermann schuf über 100 Pastelle. Er nutzte die Kreide gern im Freien und auf Reisen, verwischte sie mit Händen und Fingern und erreichte so leuchtende, weiche Farbflächen. Unter diesen Pastellen sind mehrere Blätter mit schlafenden Dackeln, eines davon um 1925 datiert. Im Sommer 2026 zeigte die Liebermann-Villa in der Ausstellung „Im Fokus. Liebermanns Pastelle. Eine Welt in Kreide“ ein solches Pastell aus einer Berliner Privatsammlung.

Noch ein Hund für Hundefreunde

Auch außerhalb der Familie malte Liebermann Hunde. Auf dem Bild „Reiter am Strand mit Foxterrier“ von 1911, das heute im Nationalmuseum Stockholm hängt, läuft ein Foxterrier neben dem Reiter am Strand entlang. Hunde gehören bei Liebermann einfach zum Leben dazu, am Strand, im Garten und im Wohnzimmer.

Der Schlafende Dackel in Bremen: Ausstellung „Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“

Die Kunsthalle Bremen zeigt die erste Ausstellung, die sich ganz dem Dackel in der Kunst widmet. Unter dem Titel „Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“ zeigt sie, wie aus dem Jagdhund eine Kultfigur wurde. Liebermanns Schlafender Dackel ist eines der Werke, mit denen die Ausstellung wirbt.

Ausstellung auf einen Blick

  • Ort: Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, 28195 Bremen
  • Laufzeit: 31. Oktober 2026 bis 28. März 2027
  • Umfang: rund 120 Werke aus Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video, Installation, Design und Popkultur
  • Künstler: unter anderem Max Liebermann, Pablo Picasso, Andy Warhol, David Hockney und Otto Dix
  • Popkultur: Wackeldackel und Waldi, das Maskottchen der Olympischen Spiele 1972 in München
  • Mit Hund: Dackel dürfen am Dackel-Donnerstag von 12 bis 18 Uhr und am Sausage-Dog-Saturday von 12 bis 16 Uhr mit in die Ausstellung
  • Begleitprogramm: unter anderem ein gemeinsamer Dackelspaziergang

Liebermann in guter Gesellschaft

In Bremen hängt Liebermanns Michel neben den Dackeln anderer berühmter Künstler. Pablo Picasso hatte den Dackel Lump, den er vom Fotografen David Douglas Duncan übernahm und mehrfach darstellte. Andy Warhol lebte mit den beiden Dackeln Amos und Archie. David Hockney malte seine Dackel Stanley und Boodgie in einer ganzen Bildserie, die später als Buch erschien. Liebermanns Bilder sind die ältesten in dieser Reihe und zeigen den Dackel noch ganz unspektakulär als Familienhund im bürgerlichen Wohnzimmer um 1900.

Mein Tipp für Deinen Besuch mit Dackel

Plane Deinen Besuch an einem der beiden Hundetage und komm etwas früher an. Geh vorher eine ordentliche Runde durch die Wallanlagen rund um die Kunsthalle, damit Dein Dackel sich lösen und schnüffeln kann. Im Museum ist es oft voll, hallig und warm. Ein entspannter, müder Dackel auf dem Arm oder an der kurzen Leine genießt die Ausstellung deutlich mehr als einer, der seit der Autofahrt aufgedreht ist. Nimm eine kleine Decke und Wasser mit und gönn ihm zwischendurch eine Pause in einer ruhigen Ecke. Nach 60 bis 90 Minuten haben die meisten Hunde genug von Menschenmengen.

Max Liebermann: Biografie in Kürze

1847 Geburt am 20. Juli in Berlin als Sohn des Textilunternehmers Louis Liebermann

um 1857 Der Vater kauft das Palais am Pariser Platz 7, direkt nördlich des Brandenburger Tors

1869–1872 Studium an der Kunstschule in Weimar

1872 Erstes großes Gemälde: „Die Gänserupferinnen“

1873 Umzug nach Paris, Begegnung mit Millet, Corot, Daubigny und Manet

1878 Umzug nach München

1884 Rückkehr nach Berlin, Heirat mit Martha Marckwald

1885 Geburt der einzigen Tochter Käthe

1897 Große Ausstellung zum 50. Geburtstag, Professorentitel; Dackel Männe kommt ins Haus

1898 Mitbegründer der Berliner Secession, ab 1899 ihr Vorsitzender

1902 Neues Atelier am Pariser Platz, Gemälde „Atelier des Künstlers“ mit Männe

1909 Kauf des Grundstücks am Wannsee, Bau der Villa

1911 Rücktritt als Vorsitzender der Secession, Lovis Corinth übernimmt

1914 Männe stirbt, Michel folgt; Rückzug an den Wannsee beginnt

1915 „Schlafender Dackel“

1920 Präsident der Preußischen Akademie der Künste

1927 Große Ausstellung zum 80. Geburtstag, Ehrenbürger von Berlin; Porträt von Reichspräsident Hindenburg

1932 Ehrenpräsident der Akademie

1933 Austritt aus der Akademie nach deren Beschluss, keine Werke jüdischer Künstler mehr auszustellen; Arbeitsverbot

1935 Tod am 8. Februar in seinem Haus am Pariser Platz; Grab auf dem Jüdischen Friedhof Schönhauser Allee in Berlin

Kindheit am Pariser Platz

Max Liebermann wuchs in einer reichen, gebildeten jüdischen Familie in Berlin auf. Sein Vater erwarb das prächtige Palais am Pariser Platz 7, gleich neben dem Brandenburger Tor. In diesem Haus lebte Liebermann fast sein ganzes Leben, hier richtete er später sein Atelier ein und hier starb er. Zum Zeichnen kam er auf einem Umweg: Als sein Vater ein Porträt der Mutter bei der Malerin Antonie Volkmar in Auftrag gab, begleitete der Junge seine Mutter zu den Sitzungen. Aus Langeweile bat er um einen Stift und begann zu zeichnen.

Studium, Paris und Holland

Der Vater wünschte sich einen soliden Beruf für seinen Sohn. Liebermann schrieb sich zunächst an der Berliner Universität ein, nahm aber nebenbei Malunterricht. Das Chemiestudium betrieb er nie ernsthaft. Von 1869 bis 1872 studierte er an der Kunstschule in Weimar. 1871 lernte er in Düsseldorf den ungarischen Maler Mihály Munkácsy kennen, dessen schlichte Alltagsszenen ihn begeisterten. Sein erstes großes Bild, „Die Gänserupferinnen“, zeigt Frauen bei einfacher Arbeit. In Berlin nannte man diese Kunst abwertend „Schmutzmalerei“, weil sie arme Menschen ohne Schönfärberei zeigte.

Ende 1873 ging Liebermann nach Paris. Er traf dort Maler wie Corot, Daubigny, Millet und Manet und studierte im Louvre die alten niederländischen Meister. Holland wurde für Jahrzehnte sein Lieblingsziel. Er reiste immer wieder nach Amsterdam, Haarlem, Laren, Katwijk und Noordwijk und malte dort Spinnereien, Waisenhäuser, Märkte, Dünen und Strände. Besonders Frans Hals bewunderte er.

Der Kopf der Berliner Secession

1898 kam es zum Bruch mit dem offiziellen Kunstbetrieb des Kaiserreichs. Liebermann saß in der Jury der Großen Berliner Kunstausstellung und empfahl Werke von Käthe Kollwitz und Walter Leistikow für eine Auszeichnung. Kaiser Wilhelm II. und andere Jurymitglieder lehnten ab. Daraufhin gründete Liebermann mit weiteren Künstlern die Berliner Secession, eine freie Künstlervereinigung. 1899 wurde er ihr Vorsitzender der Secession. Er holte Lovis Corinth, Max Slevogt und andere nach Berlin. Zusammen gelten Liebermann, Corinth und Slevogt als die drei großen Namen des deutschen Impressionismus. 1911 gab Liebermann den Vorsitz an Corinth ab.

Präsident der Akademie und das Jahr 1933

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Liebermann 1920 Präsident der Preußischen Akademie der Künste. Zu seinem 80. Geburtstag 1927 feierte ihn Berlin mit einer großen Ausstellung und machte ihn zum Ehrenbürger. 1932 wurde er Ehrenpräsident der Akademie.

Ein Jahr später kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Am 30. Januar 1933 sah Liebermann vom Fenster seines Hauses am Pariser Platz, wie die SA mit Fackeln durch das Brandenburger Tor marschierte. Aus dieser Situation stammt sein berühmtester Satz (siehe Zitate). Noch 1933 trat er aus der Akademie aus, nachdem diese beschlossen hatte, keine Werke jüdischer Künstler mehr auszustellen. Er bekam Arbeitsverbot, viele frühere Weggefährten mieden ihn.

Max Liebermann starb am 8. Februar 1935 in seinem Haus am Pariser Platz. Käthe Kollwitz, seine Freundin und Kollegin, schrieb, er sei gegen 19 Uhr eingeschlafen und dann gestorben. Nur wenige Menschen wagten es, zu seiner Beerdigung auf dem Jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee zu kommen. Dort liegt er bis heute in einem Ehrengrab der Stadt Berlin.

Malstil: Liebermann und der deutsche Impressionismus

Liebermann begann als Realist. Seine frühen Bilder sind dunkel, erdig und zeigen arbeitende Menschen: Gänserupferinnen, Netzflickerinnen, Bauern auf dem Feld. Durch die Beschäftigung mit den französischen Impressionisten wurde seine Malerei ab den 1880er Jahren immer heller. Er setzte die Farbe in schnellen, lockeren Strichen auf und malte das Licht, das durch Bäume fällt, über Wasser glitzert oder einen Raum füllt. Ein gutes Beispiel ist der „Schweinemarkt in Haarlem“ von 1894: Die Gesichter der Menschen verschwimmen im Licht, wichtig ist der Gesamteindruck.

Liebermann sammelte selbst französische Impressionisten, darunter Werke von Manet, Monet und Degas. Ein Teil dieser Sammlung hängt auf dem Atelierbild von 1902 an der Wand, gleich über dem dösenden Männe. Über die Pastellkunst von Degas schrieb Liebermann 1898, sie sei eine rein sinnliche Kunst, die man empfinden und nicht verstehen müsse. Genau diesen Gedanken siehst Du im Schlafenden Dackel: Liebermann malt kein Porträt eines Rassehundes mit allen Merkmalen, er malt die Wärme und Ruhe eines Nachmittags.

So erkennst Du einen Liebermann

  • Sichtbare, schnelle Pinselstriche, besonders in Laub, Wasser und Stoffen
  • Viel Licht und Schatten, oft durch Bäume gefiltert
  • Alltagsszenen statt Heldengeschichten: Gärten, Strände, Biergärten, Familie
  • Signatur meist „M. Liebermann“, oft mit Jahreszahl
  • In den späten Jahren: Blumenterrassen, Heckengarten und Birken am Wannsee

Die Liebermann-Villa am Wannsee: Garten, Atelier und Dackelleben

1909 kaufte Liebermann ein Grundstück am Großen Wannsee im Südwesten Berlins und beauftragte den Architekten Paul Baumgarten mit einem Landhaus im klassizistischen Stil. Ab 1910 verbrachte die Familie dort jeden Sommer. Liebermann nannte das Haus sein „Schloss am See“. Den Garten plante er selbst mit: einen Nutzgarten und Blumengarten vor dem Haus, eine große Rasenfläche bis zum Wasser, Heckengärten, eine Birkenallee und eine Blumenterrasse.

Dieser Garten wurde sein großes Spätthema. Er malte ihn über 200 Mal in Öl, dazu kommen zahlreiche Pastelle und Zeichnungen. Ab den 1910er Jahren bestimmen die Gartenbilder sein Werk. Mitten in dieser Welt lebten die Dackel: Michel und später Nicki liefen durch den Garten, lagen auf der Terrasse und schliefen in den Sesseln des Hauses. Auch der Schlafende Dackel von 1915 entstand nach Angaben aus Linz in der Villa am Wannsee.

Besuch in der Liebermann-Villa

  • Adresse: Liebermann-Villa am Wannsee, Colomierstraße 3, 14109 Berlin
  • Museum seit: 30. April 2006, getragen von der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin
  • Zu sehen: die restaurierten Wohnräume, das Atelier im Obergeschoss, rund 40 Bilder, die in und um die Villa entstanden sind, sowie der nach alten Plänen wiederhergestellte Garten
  • Anfahrt: mit der S-Bahn bis Wannsee, dann mit dem Bus 114
  • Öffnungszeiten: wechseln je nach Saison, bitte vor dem Besuch auf der Website prüfen

Nur wenige hundert Meter entfernt steht die Villa, in der im Januar 1942 die Wannsee-Konferenz stattfand. Viele Besucher verbinden beide Orte bei einem Ausflug, weil sie zusammen die ganze Geschichte der Familie Liebermann erzählen.

Martha Liebermann und das Schicksal der Familie

Martha Liebermann, geborene Marckwald (1857 bis 1943), war über 50 Jahre lang mit Max Liebermann verheiratet. Sie war Gastgeberin im Haus am Pariser Platz und am Wannsee, Modell für viele Bilder und Mutter der einzigen Tochter Käthe. Auch für sie gehörten die Dackel fest zum Leben.

Nach dem Tod ihres Mannes 1935 wurde Martha immer weiter entrechtet. 1940 musste sie die Villa am Wannsee verkaufen. Über ihr Vermögen durfte sie bald nicht mehr verfügen. Im März 1943 sollte die 85-Jährige deportiert werden. Sie nahm sich vorher das Leben. Ihre Tochter Käthe war mit ihrer Familie rechtzeitig in die USA geflohen. Nach dem Krieg erhielt Käthe Riezler die Villa zurück und verkaufte sie 1958 an das Land Berlin. Danach diente das Haus unter anderem als Krankenhaus und als Vereinsheim eines Tauchclubs, bevor sich Liebermann-Freunde und die Berliner Politik für ein Museum starkmachten.

Film-Tipp: Martha Liebermann und Dackel Frieda

Der ARD-Film „Martha Liebermann: Ein gestohlenes Leben“ mit Thekla Carola Wied erzählt Marthas letzte Lebensjahre. Eine Hauptrolle spielt die Dackelhündin Frieda, die im Film einem Gestapo-Beamten in die Wade beißt. Die Macher haben bewusst einen Dackel besetzt, weil Dackel die Familie ein Leben lang begleitet haben. Der Film ist in Teilen fiktiv. Die Szene mit Frieda gehört zur filmischen Erzählung und ist historisch nicht belegt.

Berühmte Werke von Max Liebermann

Liebermann war über 60 Jahre lang tätig und schuf rund 1200 Ölgemälde, dazu Tausende Zeichnungen, über 100 Pastelle und zahlreiche Radierungen und Lithografien. Diese Werke solltest Du kennen: WerkJahrWorum es geht Die Gänserupferinnen1872Sein erstes großes Bild, Frauen bei der Arbeit, damals als „Schmutzmalerei“ verspottet Der zwölfjährige Jesus im Tempel1879Sein einziges religiöses Motiv, löste einen heftigen öffentlichen Streit aus Seilerbahn1887Arbeiter in einer holländischen Seilerei, Kunsthalle zu Kiel Die Eltern des Künstlers1891Doppelbildnis von Louis und Philippine Liebermann Schweinemarkt in Haarlem1894Ein Wendepunkt hin zum hellen, impressionistischen Stil Badende Jungen1900Kinder am Strand, Licht auf Haut und Wasser Zwei Reiter am Strand1901Eines seiner bekanntesten Strandbilder Papageienallee1902Spaziergänger im Amsterdamer Zoo, Kunsthalle Bremen Atelier des Künstlers1902Familie im Atelier, mit Dackel Männe in der Bildmitte Polospiel in Jenischs Park1902Sport und Bewegung in Hamburg Schulgang in Laren1904Kinder auf dem Schulweg in Holland Judengasse in Amsterdam1907Belebte Marktgasse im jüdischen Viertel Reiter am Strand mit Foxterrier1911Reiter mit Hund am Meer, Nationalmuseum Stockholm Schlafender Dackel1915Dackel Michel im Sessel, Lentos Linz Selbstbildnis an der Staffelei1916Der Maler bei der Arbeit, Kunsthalle Bremen Wannseegarten-Bilder1910 bis 1935Über 200 Ansichten seines Gartens, das große Spätwerk

Wo Du Max Liebermann heute siehst

Kunsthalle Bremen

Eigene Liebermann-Werke wie die „Papageienallee“ und das „Selbstbildnis an der Staffelei“. Bis 28. März 2027 zusätzlich der Schlafende Dackel als Leihgabe.

Liebermann-Villa am Wannsee, Berlin

Das Sommerhaus mit Atelier und Garten, Bilder am Ort ihrer Entstehung.

Alte Nationalgalerie, Berlin

Große Werkgruppe des Malers in der Stadt, in der er fast sein ganzes Leben verbrachte.

Hamburger Kunsthalle

Eine der größten Liebermann-Sammlungen überhaupt, mit Dutzenden Gemälden.

Lentos Kunstmuseum Linz

Besitzer des Schlafenden Dackels von 1915. Zum Museum

Kunstmuseum St. Gallen

Hier hängt das „Atelier des Künstlers“ von 1902 mit Dackel Männe.

Max Liebermann Zitate

Liebermann war für seine scharfe Zunge und seinen Berliner Witz bekannt. Viele Sprüche werden ihm zugeschrieben, nicht alle sind sicher belegt. Diese gehören zu den bekanntesten:

„Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“Soll Liebermann am 30. Januar 1933 gesagt haben, als die SA durch das Brandenburger Tor marschierte. Der Satz wurde zum bekanntesten Ausdruck seiner Abscheu vor den Nationalsozialisten.

„Eine rein sinnliche Kunst, die nicht zu verstehen, sondern nur zu empfinden ist.“Liebermann 1898 in seinem Aufsatz über Edgar Degas, über die Kunst des Pastells.

Häufige Fragen zu Max Liebermann und dem Schlafenden Dackel

Wo hängt der Schlafende Dackel von Max Liebermann?

Das Ölgemälde von 1915 gehört dem Lentos Kunstmuseum in Linz. Vom 31. Oktober 2026 bis 28. März 2027 ist es in der Ausstellung „Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“ in der Kunsthalle Bremen zu sehen.Wie hieß der Dackel von Max Liebermann?

Die Familie hatte nacheinander drei Dackel: Männe (bis 1914), Michel und Nicki. Auf dem Schlafenden Dackel von 1915 ist Michel zu sehen.Ist der „Schlafende Dackel im Lehnstuhl“ ein anderes Bild?

Unter diesem Titel taucht im Kunsthandel das Ölbild von 1915 auf, das Michel im Sessel zeigt. Daneben gibt es mehrere Pastelle mit dem Titel „Schlafender Dackel“ und eine Druckgrafik „Dackel im Lehnstuhl“ von 1914. Das sind eigene Werke.Wer hat Liebermann seinen ersten Dackel geschenkt?

Männe war ein Geschenk von Hugo von Tschudi, dem Direktor der Berliner Nationalgalerie, vermutlich zu Liebermanns 50. Geburtstag 1897.Welche Dackelbilder hat Max Liebermann noch gemalt?

Unter anderem das „Atelier des Künstlers“ (1902) mit Männe, Zeichnungen und ein Gemälde seiner lesenden Tochter Käthe mit Männe, Zeichnungen und ein Ölbild seiner Enkelin Maria mit Nicki, eine Tuschezeichnung aus dem Wannseegarten sowie mehrere Pastelle und Kohlezeichnungen schlafender oder liegender Dackel.Darf ich meinen Dackel mit in die Ausstellung nach Bremen nehmen?

Ja, an zwei Tagen: am Dackel-Donnerstag von 12 bis 18 Uhr und am Sausage-Dog-Saturday von 12 bis 16 Uhr. Prüf die aktuellen Bedingungen vor Deinem Besuch auf der Website der Kunsthalle.Wann lebte Max Liebermann?

Er wurde am 20. Juli 1847 in Berlin geboren und starb dort am 8. Februar 1935 in seinem Haus am Pariser Platz.Zu welcher Kunstrichtung gehört Max Liebermann?

Liebermann gilt zusammen mit Lovis Corinth und Max Slevogt als Hauptvertreter des deutschen Impressionismus. Seine frühen Werke sind realistisch, ab den 1880er Jahren wird seine Malerei heller und lockerer.Was ist die Liebermann-Villa?

Das Sommerhaus der Familie am Großen Wannsee in Berlin, gebaut ab 1909. Seit 2006 ist es ein Museum mit Atelier, Wohnräumen und dem wiederhergestellten Garten, den Liebermann über 200 Mal gemalt hat.

Ein Dackel im Sessel als Stück Kunstgeschichte

Liebermanns Dackelbilder zeigen einen großen Maler ganz privat. Männe auf dem Modellstuhl im Atelier, Michel eingerollt im Lehnstuhl, Nicki neben der kleinen Maria: Diese Hunde waren Familienmitglieder. Liebermann hat sie mit derselben Aufmerksamkeit gemalt wie Präsidenten und Professoren. Wenn Du in den nächsten Monaten nach Bremen fährst, nimm Dir vor dem Schlafenden Dackel ein paar Minuten Zeit. Tritt erst nah heran und schau Dir die einzelnen Pinselstriche an, dann geh drei, vier Schritte zurück und sieh zu, wie aus den Farbflecken ein schlafender Hund wird.

Hier ein paar „Kunstwerke“ von mir zum stöbern